Interview mit Angelina Kirsch

Interview mit Angelina Kirsch

Gewöhnt man sich an diesen Promi-Status?
Es gibt sicherlich Menschen, die sich daran gewöhnen. Ich muss sagen, inzwischen ist es für mich nicht mehr komisch, wenn mich Menschen auf der Straße ansprechen. Aber ich freue mich immer total, wenn Leute sich freuen, mich zu sehen. Mein Herz hüpft da richtig mit. Ich freue mich wirklich darüber.

 

Du bringst jetzt ein Buch heraus, „Rock your mind“. Es ist aufgebaut wie ein Journal, wie kam es zu dieser Idee? Ich habe letztes Jahr schon ein Buch herausgebracht, den „Rock your curves“-Ratgeber. Das war die Allround-Selbstliebe-Bibel. Darin gab es Kapitel wie „Rock your body“, „Rock your beauty“ und eben auch „Rock your mind“. Zu diesem Kapitel habe ich besonders viel Feedback bekommen. Außerdem habe ich viele Anfragen von Frauen zu diesem Thema bekommen: Wie schaffe ich es, selbstbewusster zu sein? Ich habe gemerkt, wie viel es da noch zu tun gibt. Ich habe mir dann überlegt, was mir geholfen hat, so selbstbewusst zu werden. Ich habe das große Glück, dass ich so tolle Eltern habe, die mir immer gute Ratschläge gegeben, mich motiviert haben. Aber vor allem: Sie haben im richtigen Moment Fragen gestellt, die man sich sonst nicht stellt. Das war die Idee hinter dem Buch, es aufzubauen, wie ein kleines Tagebuch. Ich stelle den Leserinnen Fragen und sie müssen antworten, so beschäftigt man sich viel intensiver damit. Es hat eine ganz besondere Bedeutung, etwas von Hand zu schreiben. Deshalb wollte ich keine App, wo man irgendetwas anklickt oder eintippt – das macht man ohnehin den ganzen Tag. Mit dem Buch erstellt sich die Leserin einen ganz persönlichen Ratgeber, den man immer wieder zur Hand nehmen kann. Natürlich ist es toll, wenn andere dir sagen, wie toll du bist und worauf du stolz sein kannst. Aber in Situationen, in denen du wirklich mit dir selbst haderst, helfen die Worte, die du dir selbst geschrieben hast, viel mehr. Sie haben viel mehr Gewicht und Wert.

 

Was stellst du in dem Buch für Fragen?
Ganz gemischt, es ist alles dabei. Von „Was hast du schon geschafft“ bis „Was sind deine Ziele“. Aber auch Fragen, die zunächst banal klingen. Wie: „Was wäre der Songtext, der dein Leben beschreibt?“ oder „Was sind die fünf Länder, die du noch besuchen möchtest?“ Wenn man sich auf diese Fragen einlässt, wird einem vieles klar. Ich habe die Fragen selbst beantwortet, um zu prüfen, ob das nun Quatsch oder zu esoterisch ist. Ich selbst habe dabei viel über mich gelernt.

Hast du auch Momente, in denen du dich selbst nicht so magst?
Diese Momente, in denen man vorm Spiegel steht und sich einfach nur denkt: „Ich kann mich gerade nicht sehen“, die haben wir alle. Auch ich. Ich bin nicht immer rundum happy, mir geht es auch mal schlecht oder ich bin mal unsicher. Aber dann ist es die Kunst, sich selbst wiederaufzubauen. Sich selbst zu kennen. Gerade in diesen Momenten bringt es nichts, wenn dir jemand anderes sagt: „Ach, so schlimm ist es doch gar nicht.“ Aus diesen Momenten kann man sich nur selbst herausholen. Mir hilft es dann, Dinge zu tun, die mir guttun. Mein Lieblingsoutfit anziehen, mir Zeit für Haare und Make-Up nehmen und alles essen, worauf ich Lust habe. Dann gibt es ganz viel Süßes, denn ich bin eine kleine Naschkatze.

 

Hast du da dann auch Menschen, mit denen du dich gerne umgibst?
Alle Menschen, die mir inzwischen Nahe sind – meine Eltern, meine Freunde – die sind so ausgesucht, dass mir jeder von ihnen guttut. Das war eines der ersten Dinge, die ich gelernt habe: Auszusortieren, egal wie schwer es fällt. Auch „Freunde“, die zwar so getan haben, als wären sie für mich da, aber nur darauf gewartet haben, bis ich auf die Nase falle. Mit einer war ich zehn Jahre lang befreundet – aber irgendwann habe ich gemerkt, dass sie mir nur Energie nimmt und habe mich dann von ihr getrennt. Es bleiben nur Menschen, die mir guttun und mich fördern.

 

Das ist aber ein mutiger Schritt!
Im ersten Moment habe ich auch damit gehadert. Aber es ist nur im ersten Moment unangenehm, aber danach ist es nur noch angenehm. Es ist doch eine Qual, sich mit Menschen zu umgeben, wo man ständig drauf aufpassen muss, was man sagt.

Du bist super aktiv auf Instagram. Dort gibt es häufig negative Kommentare. Erlebst du das auch und wie gehst du damit um?

Ich mag die sozialen Medien, aber jeder muss sich bewusst sein: Sobald das Profil öffentlich ist, kann jeder Mensch alles sehen und kommentieren. Von mir aus soll unter meine Bilder jeder schreiben, was er möchte. Ich kenne diese Leute ja gar nicht. Ich freue mich über jeden Kommentar, auch über die negativen. Ich meine – wie viel Energie da reingesteckt wird! Man könnte ja einfach darüber weggehen und sich seinen Teil denken, aber Nein! Menschen nehmen sich die Zeit, einen Kommentar dazu zu schreiben. Das ist ja fast ein verstecktes Kompliment, dass ich diese Person so berühre, dass sie etwas loswerden muss! Aber ich habe mich auch davon freigemacht, jedem gefallen zu wollen. Es wird immer jemanden geben, der dich scheiße findet. Ich mag schließlich auch nicht alle Menschen auf der Welt. Aber so lange ich bei mir bin und mich mit mir wohlfühle, ist alles wunderbar.

 

Hattest du am Anfang Hemmungen Bilder zu posten, auf denen du ungeschminkt oder im Bikini zu sehen bist?
Ich überlege mir immer: Was sehe ich gerne? Ich mag echte Sachen. Klar, mag ich auch künstlerische Bilder, die toll bearbeitet sind. Aber ich finde es ganz schlimm, wenn man Menschen, die man nur aus dem Internet kennt, im echten Leben nicht wiedererkennt. Das soll mir niemals passieren. Deshalb darf ruhig jeder mein echtes „Ich“ sehen. Und ich bin nun mal manchmal auch ungeschminkt und habe Cellulite. Ich finde, dass das Mut macht: Menschen sehen, die nicht perfekt geschminkt sind, sich auch Mal unperfekt zeigen. Deshalb mache ich das gerne.

 

Was macht dich an einem ganz normalen Tag besonders glücklich?
Ich habe Freude, an vielen kleinen Dingen. Ich freue mich schon, wenn morgens die Sonne scheint. Ich gutes Essen habe. Nette Menschen treffen. Ich versuche aus jedem Tag, etwas Gutes herauszuziehen.

Und wie sieht es privat aus?
Ich habe natürlich diesen großen Mädchen-Traum im Kopf: „Ich will heiraten!“ Aber mich hat das Leben gelehrt, im Hier und Jetzt zu sein. Und auch meine Beziehungen, die ich bisher hatte, haben mir gezeigt: Wenn du Pläne machst, werden sie garantiert nicht eintreten. Deswegen lasse ich alles auf mich zukommen. Aber ich finde Heiraten toll, ich kann mir das vorstellen. Der nächste Schritt wäre aber vermutlich erst einmal Zusammenziehen. Auch Kinder würde ich nicht ausschließen. Aber wir werden sehen!

 

Was möchtest du Mädels oder Frauen mit auf den Weg geben?
Mädels, Frauen, Ladies: Tut was euch glücklich macht, genießt euer Leben, macht euer Glück nicht von anderen abhängig. Denn die Person, die euch wirklich glücklich machen kann, seid im Endeffekt ihr selbst. Ich glaube, wenn wir uns darüber im Klaren sind, wird uns vieles leichter fallen. Es ist nicht wichtig, dass du anderen gefällst, sondern dass du dir gefällst. Es ist nicht wichtig, was andere von dem halten, was du tust. Es ist wichtig, dass du abends im Bett mit dir zufrieden bist. Ich würde wir wünschen, dass gerade wir Frauen, den Mut finden, ganz bei sich selbst zu sein und zu tun, was einem selbst guttut.

Und wie sieht es privat aus?
Ich habe natürlich diesen großen Mädchen-Traum im Kopf: „Ich will heiraten!“ Aber mich hat das Leben gelehrt, im Hier und Jetzt zu sein. Und auch meine Beziehungen, die ich bisher hatte, haben mir gezeigt: Wenn du Pläne machst, werden sie garantiert nicht eintreten. Deswegen lasse ich alles auf mich zukommen. Aber ich finde Heiraten toll, ich kann mir das vorstellen. Der nächste Schritt wäre aber vermutlich erst einmal Zusammenziehen. Auch Kinder würde ich nicht ausschließen. Aber wir werden sehen!

 

Was möchtest du Mädels oder Frauen mit auf den Weg geben?
Mädels, Frauen, Ladies: Tut was euch glücklich macht, genießt euer Leben, macht euer Glück nicht von anderen abhängig. Denn die Person, die euch wirklich glücklich machen kann, seid im Endeffekt ihr selbst. Ich glaube, wenn wir uns darüber im Klaren sind, wird uns vieles leichter fallen. Es ist nicht wichtig, dass du anderen gefällst, sondern dass du dir gefällst. Es ist nicht wichtig, was andere von dem halten, was du tust. Es ist wichtig, dass du abends im Bett mit dir zufrieden bist. Ich würde wir wünschen, dass gerade wir Frauen, den Mut finden, ganz bei sich selbst zu sein und zu tun, was einem selbst guttut.

Hast du auch etwas, was dich auf die Palme bringt?
Bei mir sind das unnötige Sachen – der Beutel mit den Flüssigkeiten reißt am Flughafen. Und meine Ungeduld. Damit nerve ich mich selbst. Aber sonst versuche ich, nich nicht zu sehr aufzuregen. Mein Papa hat mir eine tolle Weisheit mitgebracht: ‚Jeder Tag ist nur einmal da‘. Wenn man im Bett liegt und sich denkt: ‚Gott sei Dank ist dieser Tag vorbei, was war das für ein blöder Tag‘, dann ist dieser verloren, man bekommt ihn nicht noch einmal wieder.

 

Für was bist du besonders dankbar im Leben?
Für alles! Dafür, wie sich mein Leben entwickelt hat. Wenn ich zurückblicke, würde ich nichts anders machen, würde auf nichts verzichten wollen. Alles was mir passiert ist, hat mich zu der gemacht, die ich heute bin. Auch aus den schlechten Dingen konnte ich etwas lernen. Ich bin dankbar dafür, dass ich gesund bin, dass ich diesen Job machen darf. Hätte man mir das vor 5 Jahren gesagt, hätte ich es nicht geglaubt. Das ist so ein Geschenk. Ich bin dankbar, dass es meinen Eltern, meiner Schwester und meinen Freunden gut geht.  

 

Kannst du es manchmal überhaupt fassen, wo du heute in deinem Leben angekommen bist?
chon als ich angesprochen wurde, ob ich Model werden möchte, hätte ich nicht einmal davon geträumt, dass das wahr werden würde. Und jetzt ist es so viel mehr. Natürlich ist der Job harte Arbeit, aber es gehört auch viel Glück dazu. Dass die Leute dich mögen, die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. Daraus etwas zu mache, ist dann die Arbeit. Aber ohne Glück funktioniert das nicht und dafür bin ich sehr dankbar.

Hast du es glauben können, als du angesprochen wurdest?
Nicht so richtig. Also ich habe dem Agenten geglaubt, dass er ein Model-Agent ist. Das hat man schon gesehen. Aber ich dachte nicht, dass er mich so möchte, wie ich bin. Ich dachte, er will, dass ich abnehme. Und darauf hatte ich überhaupt keinen Bock. Ein halbes Jahr lang hat es dann gedauert, bis er mich soweit hatte, dass ich in die Agentur gekommen bin. Dort hat er mir dann gesagt, dass er mich als Curvy-Model möchte.

 

Was magst du am meisten an deinem Körper?
Schwer zu sagen – es gibt nichts, was ich so gar nicht an meinem Körper mag. Ich mag meine ganze „Shape“, dieses Volumen, was ich habe. Ein Fotograf hat mich mal aus Spaß dünn retuschiert und auf diesem Bild habe ich richtig an Wirkung verloren. Ich bin total angekommen bei mir, deshalb gibt es nichts, was ich so gar nicht an mir mag.

 

Was wünschst du dir, was die nächsten Jahre noch passiert?
Eigentlich wäre es am Schönsten, wenn es genauso weitergeht wie bisher. Inzwischen besteht mein Job aus so vielen unterschiedlichen Facetten: Ich bin Model, Autorin, Moderatorin, Designerin. Was ich alles machen darf, ist unglaublich. Ich wünsche mir, dass ich weiterhin so viel Spaß haben darf, an dem, was ich tue und noch viel mehr erleben darf. Alles was ich mache, ist ein Geschenk für mich.