Interview mit Christina Porstner von "Curvy Supermodel"

Interview mit Christina Porstner von "Curvy Supermodel"

Quelle: fotofly

Vom Laufband auf den Laufsteg

Christina Porstner aus Nürnberg arbeitet eigentlich an der Supermarktkasse bei Lidl. Man könnte sagen, ein ganz bodenständiges Mädchen aus dem schönen Bayern. Doch eines Tages entschied sie sich dazu, bei der Castingshow "Curvy Supermodel" auf RTL 2 mitzumachen und krempelte so ihr Leben komplett um. Die 24-Jährige schaffte es sogar in die Top 10 und ins Halbfinale der Show. Seither ist sie erfolgreich als Curvymodel unterwegs und ihrem Instagramaccount folgen bereits über 6000 Fans. Mit uns spach sie über die Zeit bei Curvy Supermodel, wie sie das veränderte, was man braucht, um als Curvy-Model erfolgreich zu sein und über ihren Weg zur Selbstliebe.

 

Warst du schon immer kurvig?

"Ja, ich war schon immer etwas kurvig – auch als Baby ;)"

Wie stehst du selbst zu deinem Körper?

"Ich selbst habe gelernt mich so zu lieben, wie ich bin. Klar gibt es Sachen, die mich stören. Aber ich denke, jede Frau hat ihre Problemzonen – egal welche Kleidergröße. Man findet doch immer etwas, dass man an sich auszusetzen hat. Aber wenn man das mal abschüttelt und sich klar macht, was man gut an sich findet, ist man viel glücklicher."

Was magst du an dir?

"Mein Gesicht und meine Haare."

Wie reagieren Männer auf dich?

"Das Thema Männer ist in meinem Leben wohl ein eher schwierigeres Thema. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass viele Männer abgeschreckt sind von einer starken, selbstbewussten Frau. Aber hinsichtlich meiner Figur hatte ich bisher keine schlechten Erlebnisse."

Was bedeutet für dich "Bodypositivity"?

"Für mich bedeutet "Bodypositivity" sich mit seinem Körper auseinander zu setzen und ihn so wahr zu nehmen, wie er ist. Ich versuche meinem Körper aber auch das zu geben, was er braucht. Mein Ausgleich im Alltag sind Sport und gesunde Ernährung. Aber es ist mir auch wichtig, mir mal etwas zu gönnen. Erst dann bin ich wirklich zufrieden und kann das auch ausstrahlen und weitergeben."

Warum hast du bei "Curvy Supermodel" mitgemacht?

"Eigentlich enstand "Curvy Supermodel" aus einen Laune heraus. Ich bin ein offener Mensch und erlebe gerne neue Dinge. Dann habe ich mich nach zureden meiner Freundinnen einfach mal beworben – ohne große Erwartung. Das ich soweit komme, hätte ich nie gedacht."

 

"Curvy Supermodel war eine der prägendsten Erfahrungen in meinem Leben"

 

Wie war die Erfahrung für dich?

"Für mich war das bisher eine der prägendsten Erfahrungen in meinem Leben. Ich habe unglaublich viel über mich gelernt – positiv sowie negativ. Aber vorallem bin ich dadurch viel selbstbewusster geworden und akzeptiere mich so, wie ich bin."

Wie bist du damit umgegangen, als du nicht gewonnen hast?

"Dadurch, dass ich mit keinen großen Erwartungen dorthin gegangen bin, war es nicht so schlimm für mich. Natürlich hat man im Laufe der Zeit einen gewissen Ehrgeiz entwickelt und wollte immer weiter kommen. Im ersten Moment war ich dann schon enttäuscht, vorallem so kurz vor dem Finale auszuscheiden. Es war einfach schade, dass die Zeit mit den Mädels und dem tollen Team dann vorbei war."

Wie hat sich dein Leben seither verändert?

"Mein Leben hat sich schon etwas auf den Kopf gestellt. Nicht nur, dass mein Bewusstsein zu mir selbst sich verändert hat: Auch das Modeln und vor der Kamera stehen sind zu meinem Nebenberuf geworden und zu einer großen Leidenschaft."

Was braucht ein Mädchen, um bei "Curvy Supermodel" mitzumachen?

"Auf jeden Fall Mut und auch ein bisschen Selbstbewusstsein. Ich finde, ein gutes Körpergefühl ist auch von Vorteil. Aber das allerwichtigste sind natürlich schöne Kurven!"

Was sollte jedes kurvige Mädchen unbedingt im Schrank haben?

"Kleider! Denn sie schmeicheln unseren Kurven einfach unglaublich gut."

 

Kannst du vom Modeln leben?

"Nein, das auf jeden Fall nicht. Ich arbeite ganz normal in meinem Hauptberuf weiter bisher. Allerdings stehe ich auch erst ganz am Anfang. Wer weiß, was noch kommt."

Wie wurdest du so erfolgreich?

"Ich weiß nicht, ob ich mich als erfolgreich sehe. Aber ich schätze auf jeden Fall sehr, was ich habe und was ich erleben darf. Für mich ist nichts selbstverständlich und ich bin sehr dankbar über jede Chance."

Was sagst du Mädels, die Fragen, wie man mal Influenzer im Plus Size Bereich wird?

"Ich denke, der Schlüssel dafür ist, man selbst zu sein und sich nicht mit anderen zu vergleichen – oder zu versuchen, es wie die anderen zu machen. Einfach ein bisschen unbedacht an die Sache ran gehen und auch mal ein "nicht" perfektes Bild hochladen. Wir sind alle nicht perfekt und müssen auch nicht nach außen so tun, als wären wir es."

Was hältst du von der Theorie, dass „nur eine Sanduhrenfigur" schön ist?

"Ich finde jede Figur ist schön, nicht nur eine perfekte Sanduhrenfigur."

"Die meisten denken doch, wir curvy Girls sitzen nur zu Hause, schaufeln uns Fast Food rein und bewegen uns nicht."

Was hältst du von dem Mythos, dass kurvige Frauen unfit sind?

"Die meisten denken doch, wir sitzen nur zu Hause, schaufeln uns täglich Fast Food rein und bewegen uns nicht. Ich denke, ich bin fitter als so manche schlanke Frau."

Was wünscht du dir für die Zukunft?

"Ich wünsche mir, dass noch viel mehr in der Gesellschaft passiert. Dass dieses Denken, dass eine Kleidergröße einem sagt, ob man schön ist oder nicht, verschwindet. Und ich hoffe, ich kann einen klitzekleinen Beitrag dazu leisten, den Frauen da draußen Mut zu machen, sich zu zeigen und zu sein wie man ist."

Deine Worte an unsere Follower?

"be the best person you can be – Glaubt immer an euch und liebt euch selbst– egal, was andere Menschen sagen."

 
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