Interview mit "Curvy Supermodel"-Gewinnerin Céline Denefleh

Interview mit "Curvy Supermodel"-Gewinnerin Céline Denefleh

 

Instagram: celine_denefleh

 

Echt. Schön. Kurvig – dieses Motto von "Curvy Supermodel" auf RTL 2 scheint Celiné Denefleh perfekt auf den Leib geschneidert. Die gebürtige Mannheimerin gewann 2016 die erste Staffel der Castingshow. Seither hat sich ihr Leben komplett verändert. Ein Modelvertrag, 20k Follower auf Instagram und Covershootings. Die 24-Jährige startet richtig durch! Wie sie so selbstbewusst geworden ist, woher ihre schönen Kurven kommen und warum früher nur schwarze Klamotten in ihrem Schrank zu finden waren, erzählt sie uns in einem sehr persönlichen Interview...

 

Was hat dich damals dazu bewogen dich bei Curvy Supermodel zu bewerben?

Ich habe mich damals bei Curvy Supermodel ganz spontan und komplett ohne Erwartungen beworben. Ich fand das Konzept super und dachte mir nur, ich schau mal wie weit ich komme. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass ich wirklich gewinne.

Wie war die Zeit dort für dich?

Die Zeit während der Show war sehr aufregend und hat riesig Spaß gemacht! Da ich vorher nie Berührung mit der Modewelt hatte, war es jeden Tag noch spannender für mich. Ich habe tolle Menschen kennengelernt und mit einem ganz besonderen Menschen (Ted Linow/ Mega Model Agency) aus der Show arbeite ich jetzt zusammen. Ich bin jeden Tag sehr dankbar, dass ich mit ihm arbeiten darf.

Wie fühlt es sich an vor einer Kamera nur in Unterwäsche, oder Bikini zu stehen?

Am Anfang war es schon sehr komisch so leicht bekleidet vor Menschen zu stehen die man nicht kennt und die einen bewerten. Mittlerweile arbeite ich seit sechs Monaten als Model und kann sagen, dass ich mich sehr über Wäscheshootings freue. Ich fühle mich sexy und sehr weiblich vor der Kamera.

Woher nimmst du dein Selbstbewusstsein?

Das war ein Prozess der sich über Jahre hingezogen hat. Ich war schon immer eher selbstbewusst, allerdings kann ich sagen, dass ich vor etwa zwei-drei Jahren erst bewusst gemerkt habe in welchem Körper ich stecke. Davor hieß es immer: Welche Klamotten kann ich kaufen, dass ich besonders schlank aussehe, wie kann ich am besten meine Problemzonen kaschieren. Mein kompletter Kleiderschrank hing voll mit schwarzer Kleidung. Ich habe mich immer etwas zu dick gefühlt. Irgendwann kam dann der Wandel und seitdem fühle ich mich einfach pudelwohl in meiner Haut. Das hat sehr viel mit Selbstliebe und mit Selbstschätzung zu tun. Dieser Reifeprozess hat mir gezeigt, dass es keine Norm für Schönheit gibt. Die Schönheit steckt in jedem von uns, man muss sie nur für sich selbst entdecken und leben!

Wieso bist du kurvig?

Dazu gibt es eine einfache Erklärung: Ich liebe Essen! Gutes Essen heißt für mich Genuss und trägt zu meiner Lebensqualität bei. Ich ernähre mich gesund, dafür aber öfters mal etwas mehr ;). Gesunde Ernährung ist der Grundstein unserer Gesundheit, deshalb ich es mir wichtig, meinem Körper die Nährstoffe und die Energie zu geben die er braucht. Die Bewegung ist der andere Grundstein, deshalb bewege ich mich sehr viel und treibe regelmäßig Sport.

 

Instagram: celine_denefleh

 

Musstest du schon mal harte Kritik einstecken? Wie gehst du damit um?

Ich habe in meinem Leben schon oft harte Kritik einstecken müssen. Aber ich bin selbstbewusst genug, um das an mir abprallen zu lassen. Ich liebe mich und meinen Körper, das heißt nicht, dass das jeder tun muss. Im Gegenteil, wir sind alle verschieden und das ist auch gut so. Es gibt nun mal auch Menschen die sehr unzufrieden mit sich selbst sind und sich dann durch das kritisieren anderer besser fühlen. Ich empfinde dann kein Hass oder Wut sondern eher Mitgefühl für diese Menschen.

Wie muss sich die Modewelt verändern?

Ich finde, dass die Modewelt schon im Wandel steckt. Es gibt mittlerweile nicht nur Models die, die Gesellschaft in Sachen Mode prägen, sondern auch zahlreiche Blogger, Youtuber und Influencer auf Instagram. Hier holen sich viele ihre Inspiration.

Du singst auch und warst schon einmal bei DSDS – sogar in den Live Shows. Ist Curvymodel nur Plan B?

Musik ist meine Leidenschaft, in der ich meiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Ich versuche immer noch so oft es geht mit meinem Gitarristen aufzutreten, weil es mir einfach Spaß macht und es ein guter Ausgleich zum stressigen Beruf ist. Model zu werden war noch nie ein Plan von mir, es ist mir eher so zugeflogen. Und heute bin ich sehr dankbar dafür, dass das alles so seinen Lauf genommen hat. Ich hätte niemals gedacht, dass das mal mein Traumberuf werden könnte.

Du sagst selbst du siehst dich nicht als das „Curvy Supermodel“, sondern als normale Frau. Sollte auch endlich die Modeindustrie so denken und einfach Kleider von 34 bis 54 anbieten ohne das Label „Plus Size“?

Ich sehe mich auch nicht unbedingt als Plussize Model, sondern eher einfach als Model mit größeren Maßen. Die Modeindustrie ist so wandelbar und wer weiß was in ein paar Jahren noch so alles passiert.

 

 

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