Interview mit Peer Kusmagk und Janni Hönscheid

Interview mit Peer Kusmagk und Janni Hönscheid

1. Bild

Quelle: Instagram jannihonscheid

Wir haben das fabelhafte Paar Janni Hönscheid und Peer Kusmagk zum emotionalen Interview getroffen. Gemeinsam betreiben sie den Instagramchannel JanniundPeer und laden auf Youtube spannende Videos über ihr Leben zu dritt hoch. Die Profisurferin ist gerade schwanger mit ihrem zweiten Kind und spricht über die Veränderung ihres Körpers, wie sie damit umgegangen ist und was Selbstliebe für sie bedeutet. Auch die männliche Perspektive wollten wir erfahren und haben Moderator Peer Kusmagk mal gefragt, warum Frauen mit Kurven super sexy sind!

 

Du bist Profisportlerin. Musstest du je auf dein Gewicht achten?

"Auf mein Gewicht musste ich tatsächlich nie achten, da es sich eigentlich mit so viel Sport alles von selbst reguliert hat. Ich war ja zum Teil auf meinen Reisen bis zu acht Stunden am Tag auf dem Wasser. Gewicht spielt da übrigens auch eine nicht all zu große Rolle, da Muskeln mehr wiegen als Fett."

 

Warst du immer zufrieden mit deinem Körper oder gab es auch Momente, in denen du gelitten hast?

"Witzigerweise war ich zu den Zeiten als ich - in der retrospektive - eigentlich am durchtrainiertesten war, mit Anfang und Mitte 20, auch am unsichersten in meinem Körper. Ich habe irgendwie immer total viel an mir gefunden, was mir nicht gefiel. Vor allen Dingen aber haben mich in der Zeit meine Muskeln gestört – obwohl die es mir ja überhaupt ermöglichten, die großen Wellen zu surfen. Das war auch die Zeit, als Instagram so groß wurde und man plötzlich anfing, sich mit anderen zu vergleichen." Wenn ich mir jedoch die Bilder von der Zeit jetzt anschaue, kann ich meine Unsicherheiten von damals überhaupt nicht nachvollziehen."

 

"Bodypositivity geht für mich weit über die reine optische "Hülle" hinaus"

 

Was bedeutet für dich Bodypositivity?

"Ich denke, sowohl mit meiner Erfahrung als Profisurferin, Bikini-Model, als auch Mutter eines Sohnes, die gestillt hat und nun zum zweiten Mal schwanger ist, kann ich sagen, dass „Bodypositivity“ die Sichtweise auf den eigenen Körper bedeutet. Das geht über die „Hülle“ hinaus. Diese ist fähig, das zu schätzen, was man mit diesem Körper alles machen kann. Die ganzen Momente und Erlebnisse sieht, die wir auf dieser wundervollen Welt dank unserem Körper haben können. All das was wir schon erreicht haben. Das ganze Potential was wir haben, wenn unser Kopf und unsere Fantasie es zulassen."

 

 

Janni alleine

Wie hat sich dein Körper durch die Schwangerschaft verändert?

"Ich habe durch die erste Schwangerschaft und Stillzeit ganz aktiv gemerkt, wie ich komplett voll mit Leben war. Die Energie, die ich davor schon hatte, hat sich mit neuer Energie gepaart. Ich habe mich gefühlt wie ein Glas voll Leben, in das jemand immer mehr einschenkt. Als mein Sohn Emil-Ocean dann da war und ich ihn wirklich ein Jahr  gestillt habe (erst danach kamen irgendwann Mahlzeiten bei Ihm dazu) war es einfach ein ständiges Geben. Das war eine eigenartige Zeit, denn einerseits fühlte ich mich körperlich total ausgelaugt. Es ist wirklich an alle Reserven gegangen… Irgendwann kommt man an den Punkt, owo man das Gefühl hat, nichts mehr geben zu können. Doch dann gibt es da diese tiefe Quelle der puren Liebe, die immer weiter und weiter gibt und diesem neuen Wesen bedingungslos Leben schenkt. Das ist wirklich eine ganz besondere Erfahrung, die meinem Körper da wiederfahren ist. Und als ich mich wieder einigermaßen „normal“ fühlte, wurde ich wieder schwanger."

"Als mein Körper wieder normal war, wurde ich wieder schwanger!"

 

War es schwer für dich, dass sich dein Körper so verändert hat?

"Es passiert so viel und diese erste Zeit mit einem Baby ist so intensiv, das ich für solche Gedanken eigentlich gar keine Zeit hatte. Ich fand es anfangs natürlich erstmal wahnsinnig toll, dass mir nach der Geburt  alles wieder gepasst hat. Doch  irgendwann kommt der Punkt, an dem die Kleinen unabhängiger werden, vielleicht mal mit Papa unterwegs sind. Dieser Punkt an dem du zum ersten Mal wirklich Augen für dich hast. Auch das erste mal wieder surfen gehen, war für mich eine Hürde. Doch der Sport hat mir relativ schnell wieder mein Selbstbewusstsein zurückgegeben und tatsächlich hatte ich auch garnicht mal so viel verlernt – es war eher eine Kopfsache!"

j

Quelle: Instagram: jannihonscheid

Wie ernährst du dich? Wie sieht dein Sportprogramm aus?

"Als wir Anfang des Jahres in Sri Lanka unterwegs waren, war ich noch sehr am Anfang der Schwangerschaft und habe dort viel gesurft und auch Yoga gemacht. Auch in der letzten Schwangerschaft habe ich bis zuletzt viel Sport gemacht.

Diesmal habe ich jedoch schon ein wahres Workout, indem ich Emil-Ocean hinterherrenne und auch viel mit dem Fahrrad unterwegs bin.

Vor Kurzem hatte ich auch eine Phase, die einige Monate angedauert hat, in der ich mich strikt vegan ernährt habe. Einfach deshalb, weil es mich so schockiert hat,  wie Tiere behandelt werden. Dennoch habe ich schnell gemerkt, dass es in der Schwangerschaft für mich einfach nicht funktioniert. Ich gehe da meinem Gefühl und dem Heißhunger nach. Dennoch esse ich nur Bio-Produkte und wir essen ganz selten Fleisch oder Fisch. Ich denke, ein gesundes Gleichgewicht und vor allen Dingen ganz viel Achtsamkeit und Wertschätzung für tierische Produkte, sind sehr wichtig. Das sollte man auch seinen Kindern mitgeben. Es geht nicht darum, dass wenige Menschen auf alles verzichten, sondern dass die Masse der Menschen bewusster wird und wieder mehr Respekt davor hat, was ein Stück Fleisch oder auch Milch eigentlich ist. Dass wir darauf achten, dass die Tiere wenigstens ein gutes Leben hatten."

 

Wie wichtig ist es dir, dass Peer dich sexy findet?

"Ich finde dieses Thema ist eine große Herausforderung, wenn man Kinder bekommt. Plötzlich zeigt man viel mehr von sich, als man als perfektionistische Frau vielleicht gewohnt ist. In der Schwangerschaft fühlt man sich einfach nicht immer gut. Im Inneren des Körpers findet eine ganze eigene Welt für sich statt – voller Gefühlschaos und Hormonen. Die strahlt man zwar nach Außen aus, doch für den Partner kann das sehr verwirrend sein. Ich denke, dass der Partner oft nicht versteht, warum es der Partnerin so geht und was mit Ihr los ist. Das kann für beide Seiten ganz schön frustrierend sein...

Kommunikation und Verständnis sind da einfach sehr, sehr wichtig. Ich glaube, dass auch der Begriff "Sexy" vielleicht  nochmal hinterfragt wird. Wichtig finde ich auch, das man versteht, dass diese Anziehungskraft bei einer kurzen Beziehung oder bei einem One Night Stand sehr einfach und einseitig sind.

Du zeigst von dir die Seite, die du zeigen möchtest und dann ziehst du weiter. Doch wenn du mit jemanden eine Lebenszeit verbringen und eine Familie gründen möchtest, gibt es für alle Seiten und alle unterschiedlichen Facetten seine Zeit. Doch man sollte sich nicht unter Druck setzen und alles zur gleichen Zeit machen wollen. Das wäre, als ob du ein Marathon machen willst und gleich anfängst zu sprinten – da wird dir irgendwann die Luft ausgehen. Man sollte sich darauf einlassen ,dass sich die Bedingungen ändern, mal die Sonne scheint, mal starker Gegenwind kommt – aber du weißt, dass der Weg geht weiter. Irgendwann kommst du am Ziel an und wirst mit Rückenwind belohnt. Ich denke, so könnte ein Erfolgsrezept für eine erfüllte Partnerschaft aussehen :-) Natürlich vorausgesetzt, dass beide das gleiche wollen!"

jup

 

Jetzt zu dir Peer!

Was findest du an deiner Frau sexy?

"Ich liebe an Janni, dass sie so unfassbar leidenschaftlich ist, in allem, was sie tut. Egal, ob auf dem Surfbrett, im Bett oder als Mutter. Die Leidenschaft, mit der sie an Dinge herangeht, macht mich an. Außerdem liebe ich natürlich ihren Body und vor allem ihre Hände!"

Stören dich ein paar zusätzliche Kurven?

"Überhaupt nicht. Es kommt immer darauf an, wie man zu seinem Körper steht und was man ausstrahlt. Wer mit sich im Einklang ist, zieht auch andere Menschen an – egal ob mit oder ohne Kurven!"

Wie wäre es für dich, wenn Janni irgendwann vielleicht nicht mehr so "top in shape" ist, wie jetzt?,,

"Sexapeal hat für mich nur bedingt etwas mit dem Aussehen zu tun. Janni bringt gerade unser zweites Kind zur Welt. Natürlich verändert das den Körper einer Frau. Aber ich empfinde Veränderungen im Leben eigentlich immer als sehr anziehend."

 

fff

Quelle: Instagram: jannihonscheid

"Für mich hat Anziehung nicht nur etwas mit der Optik zu tun!"

 

Was würdest du kurvigen Frauen sagen, die sich selbst nicht lieben?

"Dass es dafür keinen logischen Grund der Welt gibt. Jeder Mensch ist anders und wir sollten anfangen, uns genau so zu akzeptieren, wie wir sind. Geht raus und lebt, lacht und esst, wonach euch ist. Steht zu euren Kurven und ihr werdet merken: Wenn Ihr anfangt eure Kurven zu lieben, tut das auch euer Umfeld."

Warum glaubt ihr, haben viele Frauen noch immer diese Einstellung, dass sie so und so aussehen müssen, um einen Mann zu finden oder um liebenswert zu sein?

"Meiner Meinung nach ist das ein etwas veraltetet Weltbild, dass vor allem durch die Medien und Werbung des späten 20 Jahrhunderts geprägt wurde. Heutzutage haben wir zwar noch mit den Altlasten zu kämpfen, aber mal im ernst: Möchte man einen Mann, der so ein überholtes Denken hat, überhaupt daten?"